Im isomorphen Fotowalk zieht mich das an, was in Resonanz mit meinem inneren Zustand geht. Etwas im Außen wird plötzlich zum Spiegel meines Inneren – und gibt dem, was ich vielleicht lange nur diffus gespürt habe, eine sichtbare Form.
Indem ich dieses Bild betrachte, verlagert sich mein innerer Konflikt nach außen. Er wird greifbarer, weniger überwältigend, fast so, als könnte ich ihm mit etwas Abstand begegnen.In der Bildbesprechung entstehen benennende und heilende Impulse. Nicht, weil ich den Konflikt direkt in den Mittelpunkt stelle, sondern weil ich ihn über das Bild umkreise, ihn anschaue, ohne ihm ausgeliefert zu sein.
Ich kann mein Inneres sichtbar machen und ihm eine Aufmerksamkeit schenken, die ich in Worten allein vielleicht nie gefunden hätte.
Und vielleicht verdichtet sich all das in einem einfachen, stillen Satz: Ich habe Risse und Brüche erlitten – und doch lebe ich. Ich entwickle mich weiter. Und Teile von mir sind unversehrt