Ich entscheide mich bewusst dagegen, Filme von mir ins Netz zu stellen, auch wenn digitale Plattformen und Algorithmen diese Form der Sichtbarkeit belohnen. Diese Entscheidung beruht nicht auf meiner persönlichen Zurückhaltung, sondern auf grundlegenden Mechanismen, die in therapeutischen Beziehungen wirksam sind.
Therapeutische Arbeit lebt von einer klaren Rollenverteilung: Der Klient steht im Mittelpunkt, der Therapeut stellt einen geschützten, möglichst neutralen Resonanz- und Arbeitsraum zur Verfügung. Aufmerksamkeit ist dabei kein abstraktes Konzept, sondern eine begrenzte psychische Ressource. Sie beeinflusst, woran sich Menschen orientieren, worauf sie reagieren und wessen Bedürfnisse sie – oft unbewusst – mitregulieren.