Verletzlichkeit und emotionaler Schmerz können eine enorme Wucht entwickeln.
Vielleicht kann es dir helfen zu verstehen, dass genau dieser Schmerz Teil deiner Heilung ist. Er führt dich auf Wege, auf denen wirkliche Veränderung erst möglich wird – weit über das kognitive Verstehen hinaus.
Denn dort, wo es weh tut, meldet sich oft etwas, das lange keinen sicheren Raum hatte. Gefühle, die einst zu viel waren, zu früh, zu allein. Sie kommen nicht leise, weil das Nervensystem gelernt hat, Gefahr laut zu signalisieren. Nicht um dich zu quälen, sondern um dich zu schützen.
Wenn dieser Schmerz heute auftaucht, geschieht das nicht, weil etwas falsch läuft, sondern weil dein System spürt, dass es jetzt vielleicht anders sein darf. Dass es nicht mehr allein bleiben muss.
Heilung beginnt in dem Moment, in dem diese Signale nicht mehr weggedrückt, sondern gehalten werden.
Es braucht dafür kein Analysieren und kein Reparieren. Im Gegenteil: Veränderung entsteht dort, wo Empfindungen da sein dürfen, ohne dass du dich in ihnen verlierst. Wo dein Körper die Erfahrung macht, dass intensive Gefühle kommen und wieder gehen können – ohne dass du zerbrichst.
So wird aus Schmerz allmählich etwas anderes. Nicht weil er verschwindet, sondern weil er sich regulieren darf. Und genau darin liegt die stille, tiefgreifende Veränderung:
Dein System lernt, dass Sicherheit nicht im Vermeiden liegt, sondern im Dasein.