Warum du morgens Ruhe und Zeit für dich brauchst

Warum du morgens Ruhe und Zeit für dich brauchst

Am Morgen befindet sich das Gehirn noch in einer Übergangsphase zwischen Schlaf und voller Alltagsfunktion. Während der Körper bereits wach ist, sind insbesondere jene Hirnareale, die für Reizfilterung, schnelle Reaktionen und soziale Anpassung zuständig sind, noch nicht vollständig aktiv.

Dadurch kann das Denken zunächst langsam oder „neblig“ wirken, ist gleichzeitig aber besonders offen für Tiefe, Zusammenhänge und kreative Ideen. In dieser Phase ist vor allem das Default Mode Network (DMN) aktiv – der Innen-Denkmodus (DMN = nach innen denken). Dieser Modus ermöglicht freies Assoziieren, Verstehen, kreatives Denken und das Verknüpfen von Informationen.

Dagegen ist das Task-Positive Network (TPN), der Funktions- oder Außenmodus (TPN = nach außen funktionieren), oft noch gedämpft. Es steuert Reizverarbeitung, Multitasking und soziale Interaktion, weshalb äußere Reize wie Gespräche, Radio oder Umgebungslärm schnell überfordernd wirken können.

Dieses Muster ist besonders typisch für Menschen mit erhöhter Reizsensitivität, starker innerer Vorstellungskraft oder neurodivergenten Profilen, etwa bei ADHS.

Ruhe ist hier keine Komfortzone, sondern neurobiologische Voraussetzung für klares Denken und kreatives Arbeiten.

Der tiergestützte therapeutische Ansatz, ergänzt durch isomorphe therapeutische Fotografie, ist in diesem Zusammenhang besonders wirksam, weil das Gehirn nicht zur sofortigen Anpassung an äußere Anforderungen gezwungen wird. Tiere wirken als soziale Reize ohne Leistungsdruck und fördern eine ruhige Reizverarbeitung. Isomorphe therapeutische Fotografie nutzt symbolische und bildhafte Zugänge, die es dem Gehirn erlauben, zwischen Innen- und Außenmodus zu wechseln, ohne in Überforderung zu geraten. Auf diese Weise lernt das Gehirn über bloßes Funktionieren hinaus und entwickelt Selbstregulation, Reizfilterung und sichere Übergänge zwischen Denken und Handeln.